Am vergangenen Samstag, 25. März, hat am Bozner Kornplatz die angekündigte Protestkundgebung zum neuen Anti-Drogen-Gesetz ("legge Fini") stattgefunden. Das Anliegen der Jugendlichen ein repressives Drogengesetz zu bekämpfen, schien aber, vor allem beim "Tagblatt", weniger Interesse zu wecken, als ein militaristisches Alpinitreffen, eine Vollversammlung des Fischereiverbandes oder samstägliche Sportevents. Da einige Medien durch Anwesenheit glänzten, beglücken wir euch nun mit einem - zugegeben subjektiven - Augenzeugenbericht:
Angefangen hat die von der Südtiroler HochschülerInnenschaft, g.eco, Los Quinchos und den Kulturclubs Ost-West und Sciarada initiierte Kundgebung mit etwas Verspätung um ca. 15.15h vor einer stets wachsender Menge an DemonstrantInnen. Die Brisanz des Themas zeigte sich in der bunten Mischung von Menschen, die am Protest Teilnahmen: in der ersten Reihe saßen teils musizierende Punks neben ihren ebenso friedlichen Hunden, dahinter standen alternative Jugendliche, StudentInnen und SchülerInnen, aber genauso Antiprohibitions- AktivistInnen und SozialistInnen, Erwachsene aus dem bürgerlichen Milieu und grüne Mandatare.
Neben kurzen Redebeiträgen zu den Hintergründen und Auswirkungen des Gesetzes wurde auch Bezug auf die lokale Drogenrepressionspolitik durch Polizei und Medien genommen. In der Kritik standen vor allem die Gleichstellung von "harten" und "weichen" Drogen, die Kriminalisierung von KonsumentInnen, die brandmarkende Medienberichterstattung der beiden größten Tageszeitungen des Landes über Drogen-"Delikte" minderer Bedeutung und das aggressive Vorgehen der lokalen Polizeibehörden gegen jugendliche Cannabis-KonsumentInnen.
Neben der Kritik wurden nicht nur Forderungen zur Rücknahme des Gesetzes laut, sondern auch das Überdenken prohibitionistischer und repressiver Haltungen in der Drogenpolitik und die stärkere Einmischung der lokalen Politik in die übertrieben repressive Vorgehensweise der Polizei gegenüber KonsumentInnen.
Die Redebeiträge waren von einer Reihe an Transparenten gerahmt (siehe Anhang).
Die Zahl der TeilnehmerInnen lag, trotz einiger Fluktuation, um 150 Personen, was die Erwartungen der VeranstalterInnen durchaus erfüllte. Das nicht zuletzt auf Grund der Tatsache, dass zahlreiche SympathisantInnen aus Angst vor möglichen Konsequenzen (Registrierung durch die anwesenden Polizeibeamte in Uniform und Zivilkleidung: erwischt! ;-) der Veranstaltung fern geblieben sind.
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