Erfahrungsbericht

Innsbruck
Benno Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Politikwissenschaften, BA

Politikwissenschaften ist die wissenschaftliche (!) Auseinandersetzung mit dem Thema Politik. Das heißt man lernt nicht, wie man ein Politiker wird, sondern wie Politik funktioniert. Die Ausbildung ist eindeutig darauf ausgelegt, dass man nachher einmal Politikwissenschaftler machen kann. Das schließt aber andere Berufe nicht aus. In den ersten Semestern lernt man v.a. viele Definitionen, damit man eine Basis für die darauf aufbauenden Fächer wie Internationale Politik oder Vergleiche Politiklehre bekommt. Das ist mitunter sehr trocken, da Praxisbeispiele und Bezüge in diesem Studium eher Mangelware sind. Es wird zwar in der Pflichtliteratur (man muss (müsste) regelmäßig mitlesen), auf die politische Situation in anderen Ländern eingegangen, selten werden jedoch aktuelle Herausforderungen der Politik durchgemacht. Mir gefällt, dass man im Politikwissenschaftsstudium lernt, wie Politik zu Stande kommt und funktioniert. Besonders interessant finde ich dabei, die Strukturen hinter der Politik zu verstehen: Warum hat Südtirol z.B. einen Landtag? wieso sind Politiker stets auf das Ansehen bei den Bürgern angewiesen? Bzw. wieso haben wir nicht ein anderes System? Was mir am Studium dagegen nicht passt, ist der schwache Praxisbezug. Wer nicht von sich selbst aus ein Praktikum macht oder sich politisch engagiert, bekommt von der politischen Realität nur wenig mit. Die politikwissenschaftlichen Theorien sind zwar ein gutes Hilfsmittel zum Verständnis der politischen Realität, aber reichen nicht aus, um dem näher zu kommen. Wer außerdem den Beruf eines Politikers anstrebt, ist hier auch falsch: Politikwissenschaften an der UNI Innsbruck ist nicht wie ein Politik College! D.h. es bildet grundsätzlich nicht zukünftige Politiker aus!

Universität
Die UNI Innsbruck verfügt über viele Anlaufstellen: jede Menge Studentenvertretungen, Studentensekretariate usw. Das Problem ist vor allem anfangs eher: an wen muss ich mich jetzt wenden? Alle wichtigen Anlaufstellen sind leicht erreichbar, da direkt auf der UNI. Die Betreuung der Studenten durch Professoren und Tutoren ist in meinem Studium nicht unbedingt schlecht. Allerdings ist diese auf kleinen UNIs sicherlich besser, da dort weniger Studenten pro Lehrpeson sind.

Studienanfang
Als Studienanfänger ist es wichtig, sich rechtzeitig über die Anmeldung zu informieren. In Österreich kann sich jeder Student seinen Lehrplan selbst zusammenstellen. Das heißt: man darf sich aussuchen, wann man welche Lehrveranstaltungen machen möchte. Außerdem ist es wichtig, bei Problemen jeglicher Art sofort an eine der Anlaufstellen zu wenden (ÖH-Sekretariat, Studierendenvertretung), da einem auf der UNI niemand hilft, wenn man sich nicht Hilfe sucht. Weiters muss man sich als Studienanfänger bewusst sein, was man mit dem Studium nachher einmal machen will. Vor allem anfangs muss man nämlich viel theoretisches Wissen ansammeln. Erst später kommen die wirklich spannenden Fächer.

Studienstadt
Innsbruck ist eine kleine UNI-Stadt. Vorteile: - man lernt schnell Leute kennen - fühlt sich fast wie zu Hause - viele Südtiroler - tolle Umgebung, leicht erreichbare Berge - gutes öffentliches Verkehrsnetzwerk - mehrere Einkaufszentren - Tiroler Dialekt - ähnlich dem Südtiroler Dialekt Nachteile: - kleine Stadt = weniger Möglichkeiten zum Ausgehen - keine richtigen Discos, nur Discopubs oder Ähnliches - (zu) viele Südtiroler, Südtiroler sind meist unter sich - relativ geringer Ausländeranteil = wenig Austausch mit anderen Kulturen - kalte Winter mit viel Schnee - Stadt selber ist (für mich persönlich) hässlich, weil wenig Grünflächen und viel Beton

Schreibe uns

Erfahrungsbericht Das erste Semester überlebt? Oder gar schon fertig studiert? Schreib uns doch, wie du dein Studium erlebst oder erlebt hast, was gut und was weniger gut war, und wie dir deine Stadt gefällt. Oder du hast gar schon die Staatsprüfung abgelegt? Auch in diesem Fall kannst du angehenden Prüflingen wertvolle Hilfe leisten.

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