Erfahrungsbericht

Salzburg
Benjamin Paris-Lodron-Universität Salzburg, Kommunikationswissenschaft und Recht&Wirtschaft, BA

Am Anfang des Studiums an der Universität Salzburg war mir noch nicht ganz klar, wohin die Reise gehen wird und welche Hilfsmittel mir durch das Studium der Kommunikationswissenschaft mitgegeben werden. Kommunikation ist ein komplexer Vorgang, welcher erst vor wenigen Jahren ins Blickfeld wissenschaftlicher Auseinandersetzungen gerückt ist und seine Stellung innerhalb der Akademie noch nicht zur Gänze gefunden hat. Als interdisziplinärer Studiengang erhält man im Laufe der Ausbildung Einblick in die verschiedensten Felder von Kommunikation: ob Wirtschaft (Öffentlichkeitsarbeit für Unternehmen, Marketing und Werbung oder ökonomische Vorgänge innerhalb Medienunternehmen) oder kreative Kommunikationsbearbeitung (Audiovisuelle Kommunikation = Bearbeitung von Videomaterial, Schneiden von Audio-aufnahmen), das Studium vermittelt Grundlagenwissen aus einem breitgefächerten Forschungsgebiet. Durch die Kombination mit wirtschaftswissenschaftlichen Fächern konnte ich kommunikationswissenschaftliche Grundüberlegungen (mathematisch berechnen) in die Praxis umsetzen (Bsp. theoretische Überlegungen aus Marketing und Werbung durch Lehrveranstaltungen wie Investition und Finanzierung umsetzbar machen). Wer einen gewissen persönliche Freiraum sucht und diesen zur individuellen Weiterbildung nutzen möchte, dem rate ich ein Studium an dieser Fakultät. Ein gewisser Grad an Eigenverantwortung und Selbstdisziplin ist aber dringend notwendig. Erst durch die bewusste Nutzung der Freiräume (sprich: Eigenstudium zuhause) kann das Fach Kommunikation in seiner ganzen Breite erfasst und verstanden werden. Bereits in den ersten Vorlesungen habe ich gemerkt, dass Kommunikationswissenschaft eigentlich eine Zusammensetzung unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen ist. Die kritische Behandlung ökonomischer Vorgängen in westlichen Mediensystemen ist mit Sicherheit eine der zentralen, gegenwärtigen Themen des Kommunikationswissenschaftlichen Untersuchungsgebietes. Am Fachbereich der Universität Salzburg werden diese Veränderungen aus einer kritische Stellung analysiert und behandelt. Ein inhaltlicher Schwerpunkt, der an anderen Universitäten, meines Wissens nach, leicht im Abseits steht. Denn in Zeiten globaler Umwandlung ändert sich auch die Rolle der Medien in und für die Gesellschaft. Aus diesem Grund schreibe ich dem Studium Kommunikationswissenschaft eine hohe Relevanz für Gesellschaft, Akademie und Wirtschaft zu. Ein Problem stellt die große Zahl von KommilitonInnen dar. Leider ist der Ansturm auf bestimmte Lehrveranstaltungen so groß, dass eine Teilnahme nur schwer möglich ist.

Universität
Die Universität Salzburg bewerte ich mit "Gut". Wie bereits erwähnt gibt es immer wieder Probleme bei der Anmeldung für Lehrveranstaltungen. Die Betreuung ist gewährt, oft aber nicht zufriedenstellend. Der Fachbereich Kommunikationswissenschaft versucht bestimmte Lehrveranstaltungen praxisnah zu gestalten und schafft dies auch in einem gewissen Maße. Leider fehlen der Universität zur Realisierung praxisbezogener Lehrveranstaltungen immer noch notwendige Mittel. Der Vorteil der Universität liegt in ihrer "Größe". Im Vergleich zu Universität Wien ist die Uni Salzburg relativ klein. Somit ist ein Grundmaß an persönlichem Kontakt zwischen Studierenden und Lehrpersonal garantiert. Darüber hinaus stellt die Universität Salzburg ein angemessenes Freizeitangebot zur Verfügung. Wer in seiner Freizeit seinen Geist ruhen lassen möchte und stattdessen motorische Funktionen anregen will, der kann für 16 € pro Semester an einem Kurs der USI (Sportuniversität Salzburg) teilnehmen.

Studienanfang
- welche Lehrveranstaltungen gehören zur Studieneingangsphase (müssen am Anfang belegt werden) ? - trockene, theoretische Vorlesungen besuchen, auch wenn sie langweilig sind... ist nun mal die Basis des Faches - bei Höhersemestrigen informieren, welche Kurse interessant und relevant sind (auch für Wahlfächer wichtig) - Lernzeit nicht zu kurz berechnen (wird aber immer passieren) - bereits am Anfang Gedanken machen, in welchem Bereich man später weitermachen möchte - sh.asus Salzburg kontaktieren :)

Studienstadt
Salzburg ist ein kleines Städtchen an der Grenze zu Deutschland. Diese Nähe merkt man tagtäglich an der Universität bzw. in der Stadt. Ich persönlich finde, dass ein bestimmter Einfluss bayrischer Kultur vorhanden ist, die Einheimischen dieser Stadt streiten es jedoch ab. Die Vorteile Salzburg´s sind: Größe (man kommt überall mit dem Fahrrad hin), Lage (Skifahren im Winter, Schwimmen in nahen Seen) und kulturelle Vorgeschichte (Mozart plus Salzburger Festspiele). Die Lebensqualität ist zwar sehr hoch, doch fehlen bestimmte kulturelle und studentische Einrichtungen. Die alternative Szene lässt sich in einer Woche erkundigen und wer hofft in der Vorlesung auf internationale Studenten zu stoßen, wird schnell enttäuscht sein. "Klein aber fein" lautet die Devise in Mozart´s Heimatstadt. Wer also auf RammiDammi verzichten möchte, und lieber auf Lebensqualität und Überschaubarkeit setzt, dem lege ich diese wunderschöne Bischofsstadt ans Herzen.

Schreibe uns

Erfahrungsbericht Das erste Semester überlebt? Oder gar schon fertig studiert? Schreib uns doch, wie du dein Studium erlebst oder erlebt hast, was gut und was weniger gut war, und wie dir deine Stadt gefällt. Oder du hast gar schon die Staatsprüfung abgelegt? Auch in diesem Fall kannst du angehenden Prüflingen wertvolle Hilfe leisten.

Erfahrungsbericht schreiben