Erfahrungsbericht

Wien
Domenico TU Wien, Elektrotechnik/Computertechnik, Dipl.-Ing.

Das Studium der Elektrotechnik ist sicher eines der anspruchsvollsten Studien der TU Wien. Daraus folgt aber, dass man nach dem Abschluss einen sehr guten Studientitel in der Hand hat, mit dem man so gut wie sicher einen zukunftsorientierten und meist auch gut bezahlten Job finden kann. Sehr positiv zu betrachten ist (natürlich im Nachhinein), dass das mühsam erlernte Grundwissen und wissenschaftliche Denken, auf das die Fakultät der Elektrotechnik großen Wert legt, sich dann später als wertvolles Grundgerüst in der Arbeitswelt herausstellt. Richtig interessant wird‘s aber erst in der zweiten Hälfte des Studiums (Magisterstudium). Dann geht’s um Computertechnik, Automatisierungstechnik, Energietechnik, Telekommunikation oder Mikroelektronik. Vor allem gibt’s dann: sehr interessante Praktika, Laborübungen und wirklich sehr gute Vorlesungen mit Diskussionsmöglichkeit mit den anderen (wenig übriggebliebenen) Studenten und dem Professor. Die Krönung bildet die Verfassung der Diplomarbeit, die in den meisten Fällen hervorragend betreut wird und in manchen Fällen auch Teil einer wissenschaftlichen Publikation werden kann. Negativ zu betrachten ist die lange Studiendauer, die für das Masterstudium mit 10 Semester angeben wird. Durchschnittlich muss man aber (wenn man „Gas gibt“) mit 14 Semester rechnen.

Universität
Die TU Wien und speziell die Fakultät der Elektrotechnik sind sehr gut organisiert. Online kann man sich bei Prüfungen anmelden/abmelden, Prüfungsergebnisse abfragen, Vorlesungsbewertungen abgeben, die nicht nur reines Pro Forma sind. Die Labore sind recht gut ausgerüstet und die einzelnen Institute kann man so gut wie alle in unmittelbarer Nähe des Karlsplatzes finden. Dort gibt es auch eine relativ guten Mensa und die TU-Bibliothek, wo man die sehr teuren technischen Bücher problemlos ausleihen kann, auch wenn es zu den meisten Vorlesungen ein preislich erschwingliches Skriptum (nicht Buch) des Professors gibt.

Studienanfang
Der Studienanfang ist verdammt hart! Wichtig ist: sich auf keinen Fall demoralisieren lassen! Meistens kann man am Anfang die Vorlesungen folgen, dann erschrickt man vor dem Umfang und vor dem Rhythmus mit dem der Stoff erklärt und verlangt wird. Die meisten Studienanfänger glauben, es liegt am fehlenden Grundwissen, vor allem jene, die nicht die Gewerbeoberschule besucht haben. Man kann aber sagen, dass man als Ex-Gewerbeoberschüler nur für kurze Zeit einen Vorteil hat. Grundsätzlich empfehle ich, dass man sich schon am Anfang eine Studentengruppe sucht, die auf der gleichen Wellenlänge liegt. Das erleichtert das Studium enorm und gibt einem die Möglichkeit weiter zu kommen und trotzdem das eher begrenzte „klassische“ Studentenleben zu genießen. Ganz wichtig ist es im engen Kontakt mit der Fachschaft zu sein (siehe www.fet.at). Auf der Homepage findet man alte Prüfungsbeispiele und ein sehr aktives Forum, wo man Meinungen und Erfahrungsberichte lesen kann. Abstand würde ich von den alten, ewig studierenden und Fachschaftsfestl-fanatischen Studenten halten. Für den Rest ist mein Tipp: Schritt für Schritt mit Konstanz das Studium durchboxen, dann schafft man es auch!

Studienstadt
Wien ist bekanntlich eine ganz tolle Stadt. Sie ist relativ groß (nicht riesig), aber trotzdem extrem gut organisiert. Es gibt kaum einen Platz, den man nicht mit den (meist pünktlichen) öffentlichen Mittel erreichen kann. Wenn’s später wird, gibt es eine Nightline. Es gibt unzählige Lokale, kleine alternative Theater, Museen und Monumente aller Art, Einkaufszentren, Restaurants, Büchergeschäfte, Pubs und viele kleine abgef… Orte, wo man als Student gerne hingeht. Im Sommer gibt’s das Donauinsel-Fest, im Winter die Glühwein-Standln und noch vieles mehr. Aber Achtung: schon so mancher Student ist in Wien wegen den unzähligen „Ablenkungen“ fast „untergegangen“. Ansonsten kann ich die Stadt nur empfehlen!

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Erfahrungsbericht Das erste Semester überlebt? Oder gar schon fertig studiert? Schreib uns doch, wie du dein Studium erlebst oder erlebt hast, was gut und was weniger gut war, und wie dir deine Stadt gefällt. Oder du hast gar schon die Staatsprüfung abgelegt? Auch in diesem Fall kannst du angehenden Prüflingen wertvolle Hilfe leisten.

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