Erfahrungsbericht

Wien
Marita Universität Wien, Slawistik, BA

Das Slawistik-Studium in Wien hat vier große Schwerpunkte: Sprachbeherrschung (die leider oft zu kurz kommt, also ist Eigeninitiative gefragt: Tandempartner, Sommerkollegs und Auslandssemester sind dabei sehr hilfreich), Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft und Areal- und Kulturwissenschaft. Obwohl manches auf den ersten Blick sehr theoretisch wirkt, kann es durchaus interessant sein, sich mit Phonetik, Syntaxtheorien und so weiter auseinanderzusetzen. An der Slawistik in Wien kannst du zwischen acht Sprachen wählen (hoffentlich bleibt das auch so!!): Russisch, Ukrainisch, Polnisch, Tschechisch, Slowakisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch (als EIN Studium), Bulgarisch und Slowenisch. Du erlernst im Laufe des Bachelorstudiums eine Sprache auf B2-Niveau des europäischen Referenzrahmens, eine zweite Sprache auf A2-Niveau. Solltest du nach dem Bachelorstudium noch ein Masterstudium absolvieren, kommt eine dritte slawische Sprache dazu. Das Studium ist ziemlich allgemein gehalten, für viele Bereiche braucht es viel Neugier und Interesse, um sich intensiver damit auseinanderzusetzen. Sehr empfehlenswert sind auf jeden Fall auch die Lehrveranstaltungen am Nachbarinstitut: dem Institut für osteuropäische Geschichte. Als Slawistik-Studi kannst du relativ viele Freifächer an der Uni Wien absolvieren - und es bleibt dir überlassen, was du daraus machst. Gerade bei einem solchen Studium ist ein Auslandssemester natürlich ein sehr wichtiges Thema: Ja, es gibt die Möglichkeit, ein Semester im Ausland zu verbringen. Für Russisch-Studierende gibt es Joint-Study-Abkommen mit Unis in Moskau, St. Petersburg und Krasnodar (am Schwarzen Meer). Das Auslandssemester wird zwar empfohlen, ist aber nicht verpflichtend. Achtung: Das Slawistik-Studium an der Uni Wien ist ein philologisches Studium, das heißt, es ist nicht wirklich dafür geeignet, in der Wirtschaft zu arbeiten oder zu dolmetschen.

Universität
Das Institut für Slawistik ist ein relativ kleines Institut: Knapp 2000 Studierende sind zwar nicht gerade wenig, aber die teilen sich auf die acht Sprachen auf - was wiederum bewirkt, dass es nicht allzu schwer ist, einen Platz in Lehrveranstaltungen zu bekommen. Das Institut befindet sich nicht weit von der Hauptuni entfernt - am Campus des Alten AKHs, ist also relativ gut erreichbar. Nachdem nun auch dieses Institut als eines der letzten auf das online-Anmeldesystem univis umgestiegen ist, kann man sich zu Lehrveranstaltungen auch online anmelden. Auch nach anfänglichem Chaos aufgrund der Umstellung auf den neuen Bachelor-Studienplan hat sich nun das meiste wieder eingependelt. Gerade da das Institut so klein ist, kennt einen bald jede und jeder. Das ist einerseits zwar ganz praktisch, andererseits ist die Gerüchteküche an der Slawistik ständig am brodeln.

Studienanfang
In Wien eine Wohnung oder WG zu finden ist nicht ganz so schwer, wie es sich anhören mag. Die Preise sind nicht allzu hoch - wenn man sich früh genug umschaut! Ansonsten gibt es natürlich die Fristen der Unis uns Institute zu beachten, die aber nicht allzu schwer herauszufinden sind. Der Studienanfang an der Slawistik ist keine unlösbare Aufgabe, aber zuerst sollte man sich auch informieren, worum es geht: Ein Slawistik-Studium lässt sich zwar fachlich gut mit einem zweiten Fach kombinieren, ist aber vor allem am Anfang zeitlich recht aufwändig: Der Grundlagensprachkurs findet drei Mal in der Woche statt - später nur noch zwei Mal. Also vielleicht besser: Zuerst einmal reinschnuppern und dann kombinieren. Im ersten Semester sind für BA-Menschen zudem die drei Einführungsvorlesungen der Studieneingangs und -orientierungsphase zu absolvieren (Einführung in die Sprachwissenschaft, Einführung in die Literaturwissenschaft und Einführungen in die Slawistik). Noch ein kleiner Hinweis: Achtung, das Sekretariat ist bissig und hat nicht immer die Infos, die es haben sollte. Wenn es konkrete Fragen gibt, ist es sinnvoller, sich direkt an die SlavIGru (die Studienvertretung) zu wenden.

Studienstadt
Wien ist eine (zumindest im Frühling und Sommer) sehr grüne und studentenfreundliche Stadt. In beinahe jedem Museum oder Theater gibt es Studentenrabatte, die Öffis sind zwar relativ teuer - aber ansonsten absolut top. Das Nachtleben bietet für jede und jeden etwas Besonderes, und seit einem Jahr gibt es am Wochenende auch die 24h-U-Bahn. Am Universitätssportinstitut hast du die Möglichkeit, Sportkurse in bekannten und weniger bekannten Sportarten zu belegen (sie reichen von "Aerobem Krafttraining" bis zu "Zumba"). Ja, natürlich ist Wien in manchen Zeiten auch eine Touristenmetropole. Aber dem kann man entkommen - wenn man nicht gerade an Wochenenden auf den Christkindlmarkt am Rathausplatz gehen will...

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