Erfahrungsbericht

Wien
Bernd Universität Wien, Physik - BA

Das Hauptziel des ersten Semesters ist, das mathematische und physikalische Fachwissen aller Physikstudenten auf ähnliches Niveau zu bringen. Ich als Wisslyz-Abgänger war dabei im Vorteil, weil wir viele physikalische Grundbegriffe schon in der Schule besprochen hatten. Von Anfang an gibt es Physik-Einführungsvorlesungen (in den ersten beiden Semestern v.a. Wiederholung und Vertiefung des Oberschul-Stoffs), viel Mathe (eindeutig das schwierigste, erfordert anfangs viel Zeit und Einsatz, viel Neues), aber auch eine praktisch orientierte Lehrveranstaltung, bei der die Themen, die in der Physik-Einführung behandelt werden, durch Experimente (sowohl Demonstrationsexperimente als auch eigene Versuche) veranschaulicht werden. Das erste Semester bereitet fast allen Schwierigkeiten, ich kann nur jedem raten, sich ordentlich reinzuhängen (gerade in diesem Zeitraum wird viel grundlegender Stoff besprochen, den man später immer und immer wieder braucht) und sich nicht entmutigen zu lassen. Was mir besonders gefällt: - Demonstrationsexperimente während der Vorlesung - Die Einführungsvorlesungen verschaffen einen Überblick über viel Bereiche der Physik (Klassische Mechanik, Thermodynamik, Elektrodynamik, Relativistische Mechanik, Optik) Was mich stört (v.a. von der Uni abhängig, weniger vom Studium): - Viel zu viel Mathe am Anfang, dabei geht alles viel zu schnell - Vor allem bei den Mathe-VOs sind oftmals die Übungen den Vorlesungen voraus, was viel zusätzlichen Arbeitsaufwand bringt (eigene Recherchen) und das Verständnis nicht fördert. mangelnde Praxisbezogenheit (Anwendung physikalischer Phänomene zum Beispiel).

Universität
Da die Uni Wien sehr groß ist, ist alles Organisatorische kompliziert und zeitaufwendig. Zur Anmeldung: Voranmeldung via Internet, denn persönliche Inskription an der Uni. Dabei kommt es zu längeren Wartezeiten (mehrere Stunden), bei Fragen wird man mehrfach an verschiedene Anlaufstellen weitergeleitet, wo man jedes Mal warten muss. Am besten, man versucht möglichst viel aus dem Internet und von anderen Studierenden zu erfragen. Wenn man dann mal angemeldet ist, hat man als Physikstudent am Hauptgebäude nicht mehr viel zu tun, sondern hält sich vor allem am physikalischen Institut auf. Hier ist das Klima familiär, viele Studenten kennen einander, man erhält schnell und unkompliziert Auskunft und Hilfe, sowohl von Studenten als auch von Professoren und vom Verwaltungspersonal. Von höhersemestrigen Studenten kann man zudem im Rahmen eines Erstsemestrigentutoriums nützliche Hinweise und Tipps für Studium und Leben in Wien erhalten. Sowohl das Hauptgebäude als auch das physikalische Institut sind zentral gelegen und sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad problemlos zu erreichen.

Studienanfang
- Genug Zeit für Anmeldung einplanen - Wenn möglich schon ein paar Tage vor Vorlesungsbeginn in die jeweilige Stadt (bei mir Wien) ziehen, damit man sich dann leichter zurechtfindet, denn gerade die ersten Tage des Studiums sind vom Organisatorischen her aufwendig und stressig. Sich Informationen von anderen Studierenden beschaffen.

Studienstadt
In Wien gibt es sehr viele Studenten, d.h. es ist immer was los. Es studieren auch viele Südtiroler in Wien, man lernt aber auch viele andere Studenten aus aller Herren Ländern kennen. Kultur: Kulturell wird enorm viel geboten, da ist sicher für jeden was dabei. Freizeit: Am USI (Universitäts-Sport-Institut) kann jeder billig Sportarten ausprobieren oder erlernen. Aber auch sonst bietet Wien viele Möglichkeiten für sportliche Betätigung wie Radfahren, Schwimmen (billige Monatskarten, Hallenbäder in fast jedem Bezirk, siehe auch http://www.wien.gv.at/freizeit/baeder/), Bouldern (www.urban-boulder.com) usw. Essen: In der Nähe der Uni gibt es einige Lokale, in denen man billig essen kann, besonders kann ich den DEEWAN empfehlen (www.deewan.at). Nicht nur die Uni bietet eine Mensa, sondern auch die KHG (www.khg.or.at/mensa/). Mit dem Mensa-Pickerl der ÖH kriegt man Ermäßigung. Fortbewegung: In Wien bewegt man sich am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Semesterticket ca. 130 €) oder mit dem Fahrrad fort. Für Anreise, Heimfahrten, Ausflüge in die Umgebung ist es praktisch, sich eine Vorteilskarte der ÖBB zu kaufen (kostet ca. 20 €, gilt ein Jahr, damit kriegt man alle Fahrkarten zum halben Preis). Außerdem gibt es billige Gruppentickets (ab 6 Personen, Wien-Brenner kostet dann ca. 18 anstatt 30 €). Dazu sei auf die Facebook-Seite „Gruppenticket Wien-Innsbruck-Brenner“ verwiesen, die dabei helfen soll, solche Fahrt-Gruppen zu bilden.

Schreibe uns

Erfahrungsbericht Das erste Semester überlebt? Oder gar schon fertig studiert? Schreib uns doch, wie du dein Studium erlebst oder erlebt hast, was gut und was weniger gut war, und wie dir deine Stadt gefällt. Oder du hast gar schon die Staatsprüfung abgelegt? Auch in diesem Fall kannst du angehenden Prüflingen wertvolle Hilfe leisten.

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