Wirtschaftspädagogik

Wenn Du an einer Oberschule wirtschaftliche Fächer unterrichten möchtest, dann gibt es dafür mehrere Wege, die zu Deinem Ziel führen können.

Zunächst musst Du Dich entscheiden, ob Du in Italien oder in Österreich studieren möchtest. Beide Bildungswege haben ihre Vorzüge, aber auch ihre Nachteile.

Wenn Du den "italienischen" Bildungsweg wählen möchtest, so führt dieser zunächst über ein fünfjähriges einschlägiges Fachstudium. Um bspw. Zugang zur Wettbewerbsklasse A–45 Scienze economico-aziendali (ex 17/A Discipline economicoaziendali) zu erhalten, musst Du einen eine "Laurea magistrale" (eventuell auch via Anerkennung eines entsprechende ausländischen Studientitels) aus einem der folgenden Fachbereiche vorweisen:

LM 16 - Finanza
LM 56-Scienze dell'economia
LM 76- Scienze economiche per l’ambiente e la cultura
LM 77-Scienze economicoaziendali
LM 82-Scienze statistiche
LM 83-Scienze statistiche, attuariali e finanziarie

Mit Studienabschlüssen aus diesen Bereichen erhältst Du Zugang zur genannten Wettbewerbsklasse, d.h. Du kannst Dich in die Schulranglisten eintragen lassen und bereits als Supplent/in arbeiten. Damit hast Du allerdings erst die grundsätzlichen Voraussetzungen erfüllt. Um eine Lehrbefähigung zu erhalten und um neben den fachlichen auch didaktisch-pädagogische Kenntnisse und Kompetenzen vorweisen zu können, musst Du eine entsprechende Ausbildung in Italien machen. 

Wählt man hingegen den "österreichischen" Weg, so hat man zumindest erstmal den Studienplatz sicher. Das Masterstudium "Wirtschaftspädagogik", das man etwa in Innsbruck nach einem dreijährigen einschlägigen Fachbachelor frei studieren kann, bietet eine fachliche, fachdidaktische und pädagogische, aber auch eine praktische Ausbildung. Das Studium führt in Österreich zur Lehrbefähigung, wenn man nach dem Studienabschluss zwei Jahre lang im Wirtschaftssektor arbeitet (also NICHT an einer Schule). Leider beginnen mit dem Erwerb der Lehrbefähigung, die in Italien ja eher schwierig zu erlangen ist, erst die eigentlichen Schwierigkeiten. Der Studiengang ist nicht im sog. "Notenwechsel" enthalten, d.h. eine Anerkennung deines Studientitels ist in Italien sehr schwierig, wenn nicht gar ausgeschlossen. Das bedeutet noch nicht, dass Du in Italien/Südtirol nicht unterrichten können wirst, allerdings ist der Weg dorthin deutlich komplizierter. Du musst Deine Berufsbefähigung, also die Lehrbefähigung, die Du in Österreich erhältst, in Italien anerkennen lassen. Italien ist verpflichtet, eine europäische Berufsbefähigung, die im Herkunftsland (in Deinem Fall: Österreich) erworben wurde, anzuerkennen. Da nun der Studientitel, der zu Deiner Berufsbefähigung geführt hat (also: das Masterstudium Wirtschaftspädagogik) nicht anerkannt wird, ist durchaus damit zu rechnen, dass das italienische Unterrichtsministerium oder aber das Landesschulamt sogenannte Kompensationsmaßnahmen (Prüfungen, Praktika, Berufserfahrungen) von Dir verlangen wird. Die ganze Prozedur kann schon ein bis zwei Jahre dauern, in denen Du, zumindest in Südtirol, theoretisch nicht zum Unterricht befähigt wärst, da du weder einen Studientitel, noch eine Lehrbefähigung besitzt.
Sobald Deine österreichische Lehrbefähigung in Italien bzw. in Südtirol anerkannt ist, hast Du gute Aussichten auf eine Stelle im Schulbereich!

Für nähere Infos wende Dich an das Landesamt für das Lehrpersonal: http://www.provinz.bz.it/schulamt/


 

 

 

 

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