Experience report

Innsbruck
Martina Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, BA Translationswissenschaft

In meinem Studium geht es darum, Texte aus einer Sprache in eine andere Sprache zu bringen. Dabei versucht man nicht, einfach nur Wort für Wort zu übersetzen, sondern den Sinn des Textes zu verstehen und in die Zielsprache zu bringen. Deshalb funktionieren Google Translate etc. auch nie so, wie es ein menschlicher Übersetzer tut. Am Anfang des Studiums steht natürlich die Sprachbeherrschung, d.h. man muss sowohl in der eigenen Muttersprache (üblicherweise Deutsch) als auch in zwei Fremdsprachen ein hohes Niveau erreichen. Bei den Fremdsprachen kann man sich in Innsbruck zwischen Italienisch, Französisch, Spanisch, Englisch, Deutsch für Nicht-Muttersprachler und Russisch entscheiden, wobei Russisch die einzige Sprache ist, die man von Null an lernen kann - bei den restlichen Sprachen muss ein bestimmtes Grundniveau bereits vorhanden sein. Diese Sprachen werden in den ersten Semestern in Sprachkursen erlernt bzw. verbessert. Hier muss ich ehrlich sagen, dass die Kurse des Studiums wirklich viel von Einem abverlangen, man wird von allen Seiten mit Hausübungen regelrecht zugeschüttet. Wenn man die Sprachkurse (und natürlich die STEOPs und den Deutsch-Kurs) überstanden hat, darf man die Übersetzerkurse besuchen, die - je nach Dozent - von recht einfach bis zu sehr schwer sein können. Übersetzt wird aus der Muttersprache in die Fremdsprache und umgekehrt. Nicht alle Lehrveranstaltungen sind schriftlich, es gibt auch Einführungen in die verschiedenen Dolmetscharten sowie mündliche Sprachkurse. Auch Kultur- und Landeswissenschaft wird gelehrt. Der Bachelor wird mit einer Bachelorarbeit abgeschlossen, die entweder zu einem kultur- oder translationswissenschaftlichen Thema verfasst wird, sowie mit dem sog. Prüfungsprojekt, einer Lehrveranstaltung, in der wiederum die deutschen Sprachkenntnisse abgeprüft werden (da man immer aus der Muttersprache oder in die Muttersprache übersetzt, ist es wichtig, diese gut zu beherrschen). Nach dem Bachelor kann man einen Master anschließen, hierbei muss man sich zwischen Dolmetschen (mündlich) oder Übersetzen (schriftlich) entscheiden.

University
Das Institut der Translationswissenschaften ist sehr zentral gelegen und gut erreichbar, in einem Gebäude gegenüber der GEIWI (geisteswissenschaftliche Fakultät), direkt oberhalb der Neuen Mensa. Es ist ein eher kleines Institut, d.h. nach ein paar Semestern kennt man fast alle Studierenden zumindest vom Sehen und die Dozenten sowieso. Das ist einer der Vorteile gegenüber größeren Studiengängen: in jedem Kurs gibt es Leute, die man schon irgendwoher kennt. Auf diese Weise kommt man immer leicht ins Gespräch. Oft bilden sich auch Lerngruppen, wo man sich gegenseitig weiterhilft, was oft wirklich "lebensrettend" ist :). Wichtig ist mir zu erwähnen, dass man sich auf ein relativ hohes Arbeitspensum gefasst machen sollte. Die Trawi ist kein klassisches Studium mit Prüfungswochen am Ende des Semesters, sondern man muss ständig Hausarbeiten abliefern, Zwischenprüfungen absolvieren und natürlich auch Schlussklausuren schreiben. Das Studium ist sehr praxisnah, immer wieder wird auf die Anforderungen des Berufslebens hingewiesen. Der Druck auf Studierende und Dozenten ist, besonders seit der Einführung des Bachelor-Master-Systems, leider hoch, genauso wie die Ausfallquote. Aber wer wirklich gern mit Sprachen arbeitet, kann sich sehr wohl durchbeißen. Das Lehrpersonal ist grundsätzlich sehr umgänglich und hilfsbereit und bei Fragen stehen auch drei Studienvertreterinnen zur Verfügung.

Beginning of studies
Wie in anderen Studien üblich, müssen Bachelorstudierende zuerst die STEOPs bestehen, wobei diese normalerweise gut schaffbar sind. Außerdem müssen direkt am Studienbeginn Spracheinstufungstests in den Fremdsprachen (außer Russisch) gemacht werden, damit man in den richtigen Sprachkurs eingeteilt wird. Antworten auf häufig gestellte Fragen findet man hier: http://www.uibk.ac.at/translation/mitarbeiterinnen/studienrichtungsvertreter2.html

City of studies
Innsbruck ist wirklich schön. Zwar ist eine kleine Stadt (ca. 122.000 Einwohner), aber eine, die sehr viel Charme versprüht, sei es im Winter beim Christkindlmarkt oder im Sommer, wenn man die Sonne am Innufer genießen kann. Und: wer sagt, dass in Innsbruck immer nur schlechtes Wetter ist, liegt völlig falsch! Gewöhnen muss man sich allerdings ein bisschen an den Föhnwind. Ansonsten gibt es hier um die 30.000 Studenten, das heißt, für Unterhaltung ist gesorgt. Bars, Discos, Restaurants sowie natürlich unzählige Möglichkeiten, Sport zu betreiben lassen kaum Langeweile aufkommen. Die Menschen sind außerdem sehr freundlich und alles ist sehr gut organisiert (z.B. die öffentlichen Verkehrsmittel).

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