Lehramt Sekundarstufe

Das Lehramtsstudium für die Mittel- und Oberschule ist sehr vielfältig. Neben einer fachlichen Vertiefung in zwei Unterrichtsfächern bietet das Studium ebenso eine fachdidaktische Ausbildung und Einblicke in pädagogische Theorien und Methoden-Didaktik.

Wettbewerbsklassen

In Italien gliedert sich die Unterrichtstätigkeit nach bestimmten Wettbewerbsklassen, anders als dies beispielsweise in Österreich und Deutschland der Fall ist. Darunter sind jene Fächer, bzw. Fächerkombinationen gemeint, die an Mittel- und Oberschule unterrichtet werden. Eine Kombination zweier Fächer einer Wettbewerbsklasse ist empfehlenswert, um mitunter anfallende Ergänzungsprüfungen zu minimieren. Weitere notwendige Ergänzungsprüfungen sind bereits während des Studiums zu absolvieren, da sonst zahlreiche Kompensationsmaßen (Eignungsprüfung oder Anpassungslehrgang) anfallen können.

(Beispiel: Bei einem Studium von Geschichte und Geografie fallen Ergänzungsprüfungen in Deutsch an, um in der Wettbewerbsklasse „Deutsch, Geschichte und Geografie an den Mittelschulen“ zu unterrichten)

Genauere Informationen zu den Wettbewerbsklassen findest du unter: http://www.provinz.bz.it/bildung-sprache/ausbildungs-studien-berufsberatung/beruf/wettbewerbsklassen.asp


Die Studieninformation Südtirol und das Amt für Lehrpersonal kann dir darüber Auskunft geben.

Studium in Österreich

Im Lehramtsstudium in Österreich werden zwei Unterrichtsfächer kombiniert oder ein Unterrichtsfach und eine Spezialisierung.(Achtung: Bei den Spezialisierungen kann es zu Problemen bei der Anerkennung kommen)

Die vorgesehene Dauer beträgt vier Jahre für den Bachelor- und zwei Jahre für den Masterstudiengang. Durch den Masterabschluss wird die volle Lehrbefähigung erlangt, welche eine Voraussetzung für einen unbefristeten Vertrag (sog. Stammrolle) darstellt.


In Österreich ist beim Lehramtsstudium das Aufnahmeverfahren gesetzlich vorgeschrieben. Dies kann je nach Universität variieren, daher solltest du dich vor Ort informieren.

Im Allgemeine besteht es aus mehreren Modulen. Nach der Registrierung und dem Anlegen eines Benutzerkontos gilt es das Online-Self-Assessment (Modul A) zu absolvieren. Dieses dient zur persönlichen Reflexion, d.h. ob das Lehramtsstudium und der LehrerInnenberuf die richtige Entscheidung ist. Das Modul ist anonym, aber verpflichtend. Weiters folgt ein computergestützter, wissenschaftlich fundierter Eignungstest (Modul B). Festgestellt wird, ob die KandidatInnen das Anforderungsprofil zur Ausübung der Lehrtätigkeit erfüllen. Kognitive, emotionale, persönliche sowie sprachliche Kompetenzen werden überprüft. An manchen Studienorten muss noch ein Face-to-face Assessment (Modul C) in Form eines standarisierten Einzelgespräches absolviert werden. Persönliche Eigenschaften werden überprüft. Weiters ist es möglich, dass die Absolvierung des Modules C+ (künstlerische, körperliche und/oder motorische Eignung) verlangt wird. Auch können bei manchen Studiengängen Zusatzprüfungen anfallen, wie ein Sprachnachweis in Latein und/oder Griechisch oder auch eine Bescheinigung von Kenntnissen in Biologie und Umweltkunde.

Achte besonders auf die angesetzten Fristen!


Informationen zum Aufnahmeverfahren des Verbundes Aufnahmeverfahren 2020 findest du unter: https://www.zulassunglehramt.at/

Studium in Deutschland

In Deutschland hat jedes Bundesland die Zuständigkeiten für den Bildungsbereich. Dies führt dazu, dass das Bildungssystem und die Anforderungen je nach Bundesland verschieden sind. Daher kann sich das Aufnahmeverfahren oder auch die angebotenen Unterrichtsfächer unterscheiden.

Bei „spezielleren“ Fächern solltest du dich vorher informieren, ob diese auch in Italien anerkannt werden können.

Das dortige Lehramtsstudium ist ähnlich wie in Österreich mehrstufig (Bachelor – Master) und ebenso kombinationspflichtig. Abgeschlossen wird das Studium mit einem Staatsexamen und/oder einem Masterabschluss (Master of Education, M.Ed.). Die erhaltene Lehrbefähigung kann in Italien anerkannt werden.

Allgemeine Informationen erhälst du unter: https://www.hochschulkompass.de/lehramt.html

Studium in Italien

In Italien gibt es kein Lehramtsstudium. Um als Lehrperson tätig zu sein, braucht es den notwendigen Studientitel (Masterabschluss) und die anfallenden Ergänzungsprüfungen.


Zum Erhalt der Lehrbefähigung bedarf es einer postakademischen Ausbildung. Diese kann berufsbegleitend an der Freien Universität Bozen absolviert werden. Der Ausbildungslehrgang sieht Einblicke in die Fächer Anthropologie, Psychologie, Pädagogik und Methoden-Didaktik (insgesamt 24 ECTS) vor. Eine weitere Voraussetzung zum Erhalt der Lehrbefähigung ist ein gewonnener Wettbewerb, welcher von der Hauptschulamtsleitung Südtirol ausgeschrieben wird.

Alternative Ausbildungswege – Spezialisierungen

Erworben werden kann die Lehrbefähigung auch über einen alternativen Wege. Dazu besteht die Möglichkeit einen Kurs zum Erhalt der Lehrbefähigung an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen zu absolvieren. Dieser dient dazu Personen mit einem „normalen“ Masterabschluss die Möglichkeit zu bieten, unterrichten zu können und auch die Chance auf einen unbefristeten Vertrag (sog. Stammrolle). Vorausgesetzt wird ein zutreffender Studientitel und die erfolgreiche Absolvierung der geforderten Ergänzungsprüfungen.

BESONDERHEIT

Für manche Wettbewerbsklassen sind spezielle Ausbildungen vorgesehen, welche vorwiegend an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen absolviert werden können. Dies zählt beispielsweise für die Tätigkeiten im Integrationsbereich.

Eine weitere Besonderheit ist die Zulassung zum Unterrichtsfach Religion. So kann die Lehrbefähigung unter anderem durch das Abschlussdiplom des Studienganges „Lehrbefähigung für den katholischen Religionsunterricht an Grund-, Mittel- und Oberschulen in deutscher Sprache“ an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen erhalten werden. Weiters bedarf es einer kirchlichen Beauftragung durch den Diözesanordinarius.

Auch zu beachten ist, dass das Unterrichtsfach „Italienisch als Zweitsprache“ nur unterrichtet werden kann, wenn dies die Muttersprache ist. Dasselbe gilt für "Deutsch als Zweitsprache“ an den italienischen Mittel- und Oberschulen. Geregelt wurde dies im Art. 19 des Autonomiestatutes.

WEITERE INFORMATIONEN

Lehramt Sekundarbereich_Broschuere.pdf