Studieren in Deutschland

Achtung: Bewerbungsschluss* 15. Juli - wer in Deutschland studieren möchte, sollte seiner Maturakommission den Antrag stellen, bei der mündlichen Maturaprüfung möglichst früh an die Reihe zu kommen, um fristgerecht bei der Uni-Bewerbung das Maturadiplom einreichen zu können.

Die folgenden Seiten sollen einige Basis-Informationen zum Hochschulstudium in Deutschland bieten. Da in der föderalen Bundesrepublik die Hochschulpolitik in vielen Bereichen eine „Ländersache“ ist, kann diese Broschüre keinesfalls umfassende Informationen vermitteln, sondern bestenfalls grundlegende Rahmenbedingungen aufzeigen. Wo es sinnvoll erachtet wurde, sind diese durch Internet-Links ergänzt, die Hinweise zu detaillierteren und vor allem aktuelleren Informationen bereitstellen.

Die Studienlandschaft in Deutschland ist nicht einheitlich geregelt, da noch nicht alle Studienrichtungen und Fächer der Bologna Reform angepasst worden sind. Es gibt noch einige Diplomstudien, also Relikte alter Studienordnungen, wie zum Beispiel das Lehramtsstudium, technische Fächer, Medizin oder Rechtswissenschaften. Die meisten Fächer sind allerdings schon auf den 3+2 Modus umgestellt. Auch hier sind also vorab Informationen über die Studienordnung an der gewünschten Universität einzuholen. Es gibt auch die Möglichkeit an Fachhochschulen (FH) zu studieren, deren Abschlüsse einem universitären Abschluss gleichgesetzt werden können. Das Studium in solchen FHs ist besonders berufs- und praxisorientiert ausgerichtet, dessen Aufbau ähnelt in den meisten Fällen jedoch den Bachelor- bzw. Masterstudien an den Universitäten. Deshalb bietet sich auch die Möglichkeit an, ein Aufbaustudium (Masterstudium) an einer Universität fortzuführen, also von einer FH an eine Universität zu wechseln. Allerdings bestimmen hier die einzelnen Universitäten die Aufnahmekriterien für FachhochschulabsolventInnen, die es wiederum rechtzeitig zu überprüfen gilt.

Einen deutschen Sonderweg gibt es indes im sogenannten 2-Fach-Bachelor. Da diese Studiengänge die ehemaligen Magisterstudiengänge, in denen man vielfach ein Haupt- und ein Nebenfach belegte, wurde diese duale Struktur in den Bologna Prozess übernommen. Man kann hier entweder zwei gleichberechtigte Bachelor-Fächer belegen oder, zwar relativ selten, ein Bachelor-Hauptfach und ein oder zwei Bachelor-Nebenfächer. Generell ist hier anzumerken, dass Abschlüsse von Fachhochschulen in Italien nicht anerkannt werden, d.h. eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst in Südtirol oder in Italien ist mit einem solchen Abschluss von vorneherein ausgeschlossen. Dies gilt es bei der Studienwahl zu bedenken.

Studiengebühren

In Deutschland werden aktuell von den Universitäten/Bundesländern keine Studiengebühren eingehoben. In einigen Bundesländern, z.B. in Hessen, werden allerdings ab einer gewissen Semesteranzahl ("Langzeitstudierende") Gebühren verlangt. In Sachsen sind zudem Studiengebühren im Falle eines Zweitstudiums vorgesehen.

Da die Hochschulen in Deutschland in den Kompetenzbereich der Bundesländer fallen, können die Regelungen zwischen den Ländern variieren und sich ständig ändern.

Von den Studiengebühren sind die sogenannten Semesterbeiträge zu unterscheiden, die je nach Land und Universität unterschiedlichen Ausmaßes sind. Sie umfassen in der Regel Sozialgebühren, Pflichtbeiträge für Studierendenvertretungen sowie allgemeine Verwaltungsgebühren. Vielfach sind darin jedoch auch Semestertickets inkludiert, die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs im jeweiligen Verkehrsverbund ermöglichen, was besonders in Großstädten wie Berlin oder München insgesamt ein erheblicher Vorteil ist. Die Semesterbeiträge können unter Umständen bis zu 250 € betragen.

Genaue und übersichtliche Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Beitragshöhen findet Ihr online unter:

https://www.studis-online.de/StudInfo/Gebuehren/

Mit ganz anderen Zahlen müssen freilich jene rechnen, die private Hochschulen besuchen: Die Studiengebühren werden hier unabhängig von politischen Entscheidungen angesetzt und eingehoben und können ein Vielfaches von jenen an staatlichen Hochschulen betragen.